Von Schnäppchenjägern und Wühltischmäusen

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Während einst – in der Hoffnung auf das eine oder andere Schnäppchen – noch auf den Start des Winter-Schluss-Verkaufs hin gefiebert wurde, schlagen Hersteller heute mehrfach mit satten Rabatten von bis zu 70 Prozent um sich.
Pre-Season, Mid-Season, End-of-Season – vermeintliche Megaschnäppchen warten regelrecht auf uns und unsere Kauflust.
Doch woher kommt unsere Gier nach billig?

Habenwollen liegt im Trend

Ob Reisen, Elektronikartikel oder Schuhe – dem Internet sei Dank können wir alle heutzutage denkbar einfach, auf Plattformen wie zum Beispiel dieser hier, dem wirklich günstigsten Preis auf die Spur kommen. Doch während jährlich ein neues Smartphone angeschafft wird und auch das 20. Paar Schuhe im Schrank verschwindet weil es doch 3-für-2 gab, fragen sich die wenigsten Verbraucher wie solch Billigangebote zutande kommen oder inwiefern noch Sinn und Nutzen aus dem eigenen Tun zu ziehen ist. Ist die Gier erst einmal geweckt, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit nicht mehr.
Schon als Kinder wollten wir „höher, schneller, weiter“ und betrachtet man die Frühgeschichte der Menschheit, so gehören Sammeln und Horten von jeher dazu. Mehr noch, es sicherte das Überleben auch in schlechteren Zeiten.

Was steckt nun hinter unserer Gier?

Es scheint also als würde es in unseren Genen liegen, dass wir uns nicht mit dem zufrieden geben können was wir haben. Dabei steht das Überleben bei unserem maßlosen Konsumverhalten gar nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr sind es Anerkennung und Bedürfnisbefriedigung die uns animieren schon vor Ladenöffnungszeit anzustehen, damit wir auch ja kein Schnäppchen verpassen.
Das Einsammeln materieller Werte festigt unser Ansehen, unsere Position verbessert sich und stärkt unser Selbstvertrauen – zumindest glauben wir das, wenn auch nur für die Dauer eines Momentes. Vielmehr ist es die Wirtschaft, die von unserer Kauflust profitiert denn ohne unsere Gier gäbe es weder wirtschaftlichen Konkurrenzdruck, noch Weiterentwicklung oder Wohlstand.

Unsere Gier bringt also auch Gutes! Und solange wir uns unserem Tun bewusst sind, die dahinter steckenden Intentionen erkunden und unser Selbstwertgefühl nicht an materiellen Gütern festmachen dürfen wir auch gern zugreifen wenn sich ein Schnäppchen auftut.

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